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Krieg der Kirschblüten: Woher stammt die Sakura?

Ja, die Chinesen und Koreaner beanspruchen sie für sich!

Zusammenfassung

  • Die Kirschblüte soll ursprünglich aus China stammen – behaupten die Chinesen.
  • Auch die Koreaner beanspruchen den Prachtbaum für sich.
  • Aber warum heißt es dann "Sakura"?
  • Die Japaner können das – zurecht – entspannt sehen.

Die Kirschblüte, die Sakura, sorgt derzeit für einigen Wirbel. Denn die schöne rosa-weiße Blütepracht soll nicht etwa aus Japan stammen, sondern ausgerechnet aus China! Ein Affront für die Japaner – und auch die Koreaner! Denn auch die beanspruchen den Ursprung der Kirschblüte inzwischen für sich. Woher kommt sie denn nun, die Kirschblüte?

Sakura: Woher stammt die Kirschblüte?

Egal wo auf der Welt: Die Pracht der Kirschblütenbäume verzückt Touristen in Tokyo, Seoul, Peking bis hin nach Hamburg oder Washington. Letztere erhielten ihre Kirschblütenbäume in den 60er Jahren von der japanischen Regierung als Freundschaftsgeschenk. Auch im Pekinger Yuyuantan Park stehen rund 200 japanische Sakura-Bäume – umringt von knapp 1.800 chinesischen Kirschblütenbäumen. In den frühen 70ern erhielt Peking die Bäume zur Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehung mit Japan. Seither ist der Park zur Sakura-Attraktion herangewachsen. Und nun wollen die Chinesen diesen Ruhm so gar nicht mehr mit den Japaner teilen.

Die Kirschblüte kommt aus China! Woher denn sonst?

„Wir wollen uns nicht einen Wortwechsel mit Japan und Südkorea verstricken, aber wir möchten einen Fakt sicherstellen: Viele historische Dokumente bestätigen, dass der Ursprung der Kirschblüte in China liegt“, sagte He Zongru, Geschäftsführer der China Cherry Industry Association der Southern Metropolis Daily in Guangzhou. „Als Chinesen haben wir die Pflicht, die Menschen über diesen geschichtlichen Aspekt zu informieren.“

Drei Länder im Dauerclinsch

Dass sich China, Japan und Südkorea seit Jahrzehnten über so ziemlich alles streiten, hat damit sicherlich rein gar nichts zu tun. Ob Wirtschaft, Geschichte oder Politik – wo es nur eine Möglichkeit gibt, die Nachbarn auszustechen, wird dies auch versucht. So meldeten vor ein paar Jahren koreanische Medien rechtzeitig zur Kirschblüten-Saison, dass die Naturschönheit eigentlich aus dem Land der Morgenstille stammt. CEO He beruft sich auf eine alte japanische Monografie, in der geschrieben steht, dass die Kirschblüte aus dem chinesischen Teil des Himalaya-Gebirges stammt und erst vor ca. 1.100 Jahren nach Japan importiert wurde.

Japan immer noch das Land der Kirschblüte

Wenn dem so sein sollte, hatten die Japaner diesbezüglich auf jeden Fall die bessere PR-Strategie. Denn überall auf der Welt spricht man von der „Sakura“, dem japanischen Wort für Kirschblüte – nicht von der chinesischen „Yinghua“. Doch egal woher die Kirschblüte denn nun wirklich stammen mag, so ist und bleibt sie überall auf der Welt eine Touristenattraktion. Auch in Hamburg feiert man alljährlich das Kirschblütenfest mit einem großen Feuerwerk. Wie passend, dass die „Sakura“ direkt an der Alster zu finden sind, wo sie eine wunderschöne Kulisse zaubern.

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